Ich bin aufgrund eines Kommentars zu meinem letzten Post leicht verunsichert, ob er richtig verstanden wurde. Da wahrscheinlich der durchschnittliche Blogleser die Kommentare nicht wirklich anschaut, antworte ich für einmal in einem Post.
Hier also einige Klarstellungen:
- Ich habe nicht getilted, zumindest nicht im üblichen Sinne. Ich habe zwar zu hoch gespielt, aber nicht um Geld zurückzugewinnen oder so, sondern aus blosser Dummheit! Eigentlich wollte ich mir nämlich einen Turnierbuy-in erspielen, dann haben mich aber die Fische so fasziniert, dass ich noch ein wenig blieb. Ich spielte so ziemlich mein A-Game! Wenn das Geld rein ging war ich entweder vorne oder lief in ein Setup. Dummerweise kann man mit 4-5 Stacks aber keine Varianz ausgleichen :D
- Ich habe nicht wirklich zu Lösungsvorschlägen zu meinem "Problem" aufgerufen (auch wenn ich darum ebenfalls dankbar bin), sondern eigentlich eher zu weiteren Ideen, wie ich meine BR verballern könnte (anders als highstakes SNG oder highstakes HU Cashgame). War natürlich nicht ganz ernst gemeint :)
- Ich "wundere" mich kein bisschen, dass ich broke ging! Mir ist absolut bewusst, dass dies nur die logische Konsequenz war! Wie oben schon gesagt: mit 4-5 Stacks kann man einfach keine Varianz ausgleichen!
Kleine Anmerkung noch am Rande: Keine Turniere mehr zu spielen wäre meiner Meinung nach -EV :P Ich habe meine grössten Einnahmen aus Turnieren. Was wiederum stimmt ist, dass ich mich nicht in zu teuere Turniere direkt einkaufen sollte. Das habe ich nun auch vor durchzuhalten :P
Der Kommentarschreiber hat ausserdem einen spannenden Punkt angesprochen: Was will ich eigentlich mit Pokern erreichen?
Dasselbe habe ich mich nach diesem unnötigen Ausflug auf NL1k auch gefragt. Es ist augenscheinlich, dass ich jeweils viel mehr riskiere, wenn ich overall im Plus bin. Konzentrierteres BR-Management habe ich dann, wenn ich Geld machen will. Was will ich also eigentlich? Spass haben oder Geld verdienen? Guuuuud qwestschion...
Wenn ich's mir richtig überlege, war's bis jetzt eigentlich ersteres... Da ich nicht wirklich auf das Geld angewiesen bin, war es mir irgendwie immer egal, wenn ich es verspielte. Es gab eigentlich nur einen Punkt, wo es aufhörte mir egal zu sein, nämlich als ich deftigst in der Miese war. Ich riss mich zusammen und schaffte innert kürzester Zeit die Kehrtwende... Hm...
Auch wenn das jetzt eingebildet klingt: ich bin mir ziemlich sicher, dass ich rein vom Skill her ein klarer Winningplayer bin. Dass ich das overall geldmässig nicht bin, liegt daran, dass ich jeweils auf zu hohen Limits spiele, wo ich die Varianz nicht ausgleichen kann. Dazu gibt es auch einige statistische Beweise. Ist doch bezeichnend, dass ich trotz einem Minus von mehreren Tausend auf Sharkscope (übrigens alles durch hohe HU-SnGs, in den anderen Bereichen bin ich ziemlich guter Winningplayer, schaut euch Mal die detaillierteren Stats an :)) noch immer einen positiven ROI habe. Ausserdem zeigen mir meine Pokertracker Stats ein noch deutlicheres Bild: Auf allen Limits mit genug gepsielten Händen bin ich im Plus.
Mit anderen Worten heisst das: halte ich mich an ein gutes BR-Management, sollte ich mit Pokern Geld verdienen.
Noch ist das nur eine zwar gut begründete, aber unbewiesene Vermutung. Um sie zu beweisen, werde ich von nun an versuchen, den Geldverdien-Aspekt ein wenig in den Vordergrund zu rücken. Ich bin zwar (noch) nicht angewiesen auf Einnahmen aus dem Pokern, aber da ich ein ziemlich zeitintensives Studium vor mir habe, welches Arbeiten höchstens in Randstunden ermöglicht, wäre es natürlich super, wenn ich mir künftig wenigstens mit meinem Hobby, dem Pokern, etwas dazuverdienen könnte.
Spass bleibt natürlich ein wichtiger Faktor, aber ich versuche nun das Ganze ein wenig ernster zu nehmen. Schaden tut's sicherlich nicht! Vielleicht gewinne ich dann auch die Geld-Relationen ein wenig zurück :P
Ob dies wirklich was hilft, lest ihr EXKLUSIV in diesem Blog ;)
Tiltshark
PS: Comments are welcome!
